Behind the Door #2 – Escape Berlin – Interview

German Version / English Version below 

Nachdem sich das letzte Mal Chris von The Room unseren Fragen gestellt hat, haben wir dieses Mal mit Heiner von Escape Berlin (Zu unserer Review), Europas größtes Escape Room, gesprochen. Vor allem waren wir gespannt, was er mit seinen ca. 1000 m² in Zukunft noch vorhat.

Erzähle bitte kurz etwas über dich und deine Räume.

Mein Name ist Heiner Häntze und ich bin selber leidenschaftlicher Escape-Spieler. Ende letzten Jahres ist dann der Entschluss gefallen, selber ein Escape Room ins Leben zu rufen. Zusammen mit einem Drehbuchautor und einem Bühnenbildner haben wir im Herzen von Berlin eine mehrere tausend Quadratmeter große Fläche angemietet und bauen diese bis Ende nächsten Jahres aus. Aktuell sind bereits die Spiele Big Bang und Sherlock Holmes offen. Da wir bei allen unseren Spielen auf Authentizität und Realismus setzen, sind z.B. bei Sherlock Holmes alle Einrichtungsgegenstände und Möbel weit über 100 Jahre alt. Unser nächstes Spiel – der Schnapsladen – ist auch ein tatsächlicher Schnapsladen, der bis vor wenigen Monaten in Betrieb war.

Sherlock Holmes - Escape Berlin

Sherlock Holmes – Escape Berlin

Was fasziniert dich an Escape Rooms?

Escape Games schaffen es, unterschiedlichste Menschen auf engem Raum zusammenzubringen und sie zu vereinen. Selbst wenn man mit Menschen spielt, die man vorher noch nie gesehen hat, schweißen Escape Games einen so zusammen, dass man im Anschluss auch noch ein Bier trinken gehen kann. Dieser tolle menschliche Faktor, kombiniert mit dem Drang, Neues zu entdecken und Abenteuer zu erleben, macht Escape Games zu einem besonderen Erlebnis.

Wie viele Räume hast du schon gespielt und welcher Raum ist dein Favorit?

Ich habe bereits über 40 Räume gespielt. Zu den besten Spielen gehören meiner Meinung nach eindeutig Der große Malvini von Skurillum in Hamburg und Humboldt von The Room in Berlin.

Was unterscheidet deine Räume von anderen Räumen und was hast du für die Zukunft geplant?

Was mich in vielen Escape Games gestört hat, ist, dass man auf recht engem Raum zusammengequetscht wird. Um dieses Manko zu umgehen, haben wir eine sehr große Fläche angemietet und erstellen auch wirklich sehr große Szenarien – unser kleinstes Szenario ist 70 m² groß und unser aktuell größtes Szenario eröffnet Ende des Jahres mit einer Spielfläche von fast 300 m² (das Horrorspiel RAW).

In den Spielen selber achten wir sehr stark auf eine passende Atmosphäre. Dies fängt bei der Beleuchtung an, geht über Soundeffekte bis hin zur eigentlichen Einrichtung. Für mich als Spieler ist oft der erste Eindruck eines Spieles sehr wichtig. Wenn ich in einen Raum reingehe und mir denke „Wow“, dann geht man mit einer viel positiveren Atmosphäre an das ganze Spiel als wenn ich denke „Schon wieder eine Ikea-Stube“.

Ähnlich wie die Kollegen von The Room setzen auch wir auf eine Trennung zwischen Game-Mastern und Kundenbetreuern. Dadurch ist es für die Kunden auch bei hoher Auslastung möglich, noch ein persönliches Gespräch mit uns zu führen und die Hintergründe der Spiele zu erfahren.

Wir selber eröffnen bis Ende des Jahres noch 3 weitere Spiele (u.a den Schnapsladen und RAW). Nächstes Jahr werden in der zweiten Ausbaustufe noch 5 zusätzliche Räume folgen.

Big Bang WG - Escape Berlin

Big Bang WG – Escape Berlin

Was ist für dich in einem Escape Room wichtig?

Von den eigentlichen Rätseln abgesehen ist für mich sowohl der Ersteindruck des Raumes sowie die Begrüßung durch die Veranstalter entscheidend. Stimmen die beiden Punkte nicht, wird es für das Spiel schwer, diesen Eindruck wieder zu verbessern.

Des Weiteren ist auch die Verwendung der Requisiten sehr wichtig. Ich habe vor kurzem ein „Horror-Spiel“ gespielt, in welchem Gläser mit Plastikaugen aus dem Scherzartikelladen waren. Hier hätte der Anbieter lieber 10 Euro mehr in vernünftige Requisiten investieren sollen, da dies die komplette Atmosphäre zerstört hat.

Ein weiteres, sehr wichtiges Element ist die eigentliche Story. Eine gute Story kann die Qualität des Spieles sehr heben, während eine schlechte oder aufgesetzte Story viel zerstört.

Was glaubst du, in welche Richtung sich Escape Rooms entwickeln werden?

In den nächsten Jahren wird man zunehmend VR und Mixed-Reality-Elemente in den Spielen finden. Persönlich denke ich aber, dass dies nur einen kleineren Teil der Gesamterfahrung ausmachen wird, da gerade die Offline-Komponente eine der wichtigsten Erlebnisfaktoren ist.

Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren viele große Firmen wie Disney feste Escape Rooms installieren werden und dadurch das Niveau weiter anheben. Persönlich blicke ich dieser Entwicklung mit Freude entgegen.

Welchen Tipp hast du für Spieler?

Genießt die Atmosphäre des Raumes und lasst euch von dem Spiel mitnehmen. Versucht nicht, irgendwelche Rekorde aufzustellen, denn dann geht oft ein großer Teil des Spielspaßes verloren und in der Regel ist man trotz des inneren Andranges auch nicht viel schneller.

Website: www.escape-berlin.de

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Escape Berlin Räume
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Gamemaster
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7.2 Escape Maniac
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Rätsel
Gamemaster
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English Version

For our first edition of Behind the Door we spoke to Chris from The Room (Berlins No. 1 Escape Room) Now it’s time for a look behind the scenes with Heiner from Escape Berlin (Our Review), Europe’s biggest Escape Room. We were curious to see what he has in mind with his approximately 1000 suqare meters in the future.

Please introduce yourself and your rooms.


My name is Heiner Häntze and I am an enthusiastic Escape Game player. At the end of last year I then decided to open my own Escape Room. In cooperation with a screenwriter and a set designer we rented space with a size of several thousand square meters in the center of Berlin and will expand it until the end of next year. At the moment the rooms Big Bang and Sherlock Holmes are already open. Since we put an emphasis on authenticity and realism all requisites and furniture of for example our Sherlock room are much older than 100 years. Our next game – the Liquor Store – has been a real liquor store which has been used until a few months ago.

What is the fascination with Escape Rooms for you?

Escape Games manage to bring very different people together in narrow rooms and unite them. Even if you play with people you have never met before Escape Games may bond you together so at the end you might want to go out for a beer together. This awesome human factor combined with the urge to discover something new and have adventures make Escape Games a special experience.

How many rooms have you already played and which room is your favorite?


I have already played more than 40 Escape Games. In my opinion Skurillum’s Great Malvini in Hamburg and The Room’s Humboldt in Berlin are among the best.

What makes your rooms different from other Escape Games and what are your plans for the future?


What I don’t like in many Escape Games is that you get squished together in rather narrow rooms. We rented a very large space to avoid this deficit and create really big scenarios – our smallest is 70 m² and our biggest scenario will open at the end of this year with a playing area of almost 300 m² (the horror game RAW).

In our rooms we work very hard on an adequate atmosphere. This starts with the lighting and sound effects up to the furniture. For me as an Escape Game player the first impression of a game is very important. When I enter a room and I think “Wow” the entire game has a much more positive atmosphere as if I had the impression of being in another IKEA room.

Like the colleagues at The Room we separate between game masters and customer support. This allows our guests even at high occupancy to talk to us personally and learn about the backgrounds of the games.

This year we will open 3 more rooms (Liquor Store and RAW among other). During the second stage of expansion 5 more rooms will follow next year.

What do you think is the important part of an escape room design?


Apart from the puzzles for me the first impression of the room and the host’s form of greeting are essential. If there is something wrong with that it is difficult for the game to improve this impression again.

In addition the use of requisites is very important. I recently played a so-called “horror game” in which a jar full of plastic eyes from a joke article store was being used. The provider should have invested more than 10 Euro in adequate requisites because that destroyed the whole atmosphere.

One more very important element is the actual story. A good story can really raise the quality of a game, however a bad or faked one can destroy a lot.

In which direction will escape games evolve?


In the next years VR and mixed reality elements will increasingly be found in the games. In my personal opinion this however will only make a small part of the whole experience because especially the human component is one of the most important factors of the adventure. I assume that big companies like Disney will establish fix Escape Rooms in the next years and thus raise the standards. Personally I am looking forward to this development.

What advice do you have for players?


Enjoy the atmosphere of the rooms and get into the games. Don’t try to set any records because a big part of the fun may then get lost and usually you are not much faster although you have an inner rush.

Website: www.escape-berlin.de

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3 Antworten

  1. August 30, 2016

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  2. September 7, 2016

    […] den letzten Behind the Door Interviews mit Chris von The Room, Heiner von Berlin Escape und Marc von Team […]

  3. Januar 13, 2017

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