Exit Berlin – Prison Island (Battle Modus) – Escape Room Berlin
Berlin/ 8 – 14 Spieler:innen / Preis: 27,25 – 42,25 Euro pro Person / Bewertung: Gut mit Einschränkungen
Adresse: Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
Teilnehmende: 10 Personen (5 pro Raum)
Gespielt: 20.11.2025
Zwei Teams, ein Gefängnis – und ein Battle-Modus, der ganz anders endet als erwartet. „Prison Island“ bei EXIT Berlin verspricht Nervenkitzel und Teamdruck, doch nicht alles läuft so, wie man es sich vorstellt. Lohnt sich der Ausbruch trotzdem? Unsere Review zeigt, für wen dieses Abenteuer ein Treffer ist – und wer lieber zu einer anderen Mission greifen sollte.
Für einen Teamevent bietet sich ein Escape Room im Battle-Modus geradezu an – besonders, wenn Kolleg:innen Spaß an Spielen und Rätseln haben. Bei „Prison Island“ treten zwei Teams zeitgleich in baugleichen Räumen gegeneinander an, um das Abenteuer möglichst schnell abzuschließen. Die Mission kann sowohl von einem Team (max. 7 Personen) als auch als Battle mit bis zu zweimal 7 Personen gespielt werden.
EXIT Berlin gehört seit vielen Jahren zu den bekannten Anbietern in der Hauptstadt. Früher in einem DDR-Bunker in der Klosterstraße beheimatet, befindet sich die Location seit 2024 direkt neben dem Admiralspalast in der Friedrichstraße. Einige Missionen – darunter das selbstentwickelte VR-Erlebnis „HUXLEY“ – sind mit umgezogen, während neue Spiele wie die „Magic Alley“ inzwischen das Portfolio erweitern.
Die Location ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Empfangs- und Lobbybereich sind großzügig und durchdesignt, inklusive separatem Einweisungsraum und Eventbereich. Auch mehrere parallele Gruppen können problemlos betreut werden.
Die Teameinteilung erfolgte durch uns selbst vor der Einführung. Mein Team wurde anschließend als erstes in den Raum geführt und startete das Abenteuer. Wichtig zu wissen: Der Battle-Modus ist ein zeitlicher Wettkampf ohne direkte Interaktion zwischen den Teams. Die Startzeiten werden leicht versetzt, und erst nach Abschluss der Mission zeigt sich, welches Team schneller war. Damit ist diese Review auch aussagekräftig für das Einzelspiel von „Prison Island“.
Prison Island

Ein:e Mitgefangene:r aus eurem Team sitzt in Einzelhaft und könnte durch das intensive Kreuzverhör jeden Moment eure Pläne verraten. Gemeinsam müsst ihr euch beeilen, sie/ihn zu befreien und die Flucht zu planen.
Das Ziel? Die Flucht zum Festland! Ein Versorgungsboot legt jede Woche kurz an, und ihr habt exakt 66 Minuten, bevor es wieder ablegt. Schafft es euer Team, die Rätsel zu knacken, Hindernisse zu überwinden und rechtzeitig an Bord zu gelangen? Oder seid ihr langsamer als eure Konkurrent:innen und bleibt zurück?
Der Raum
„Prison Island“ verspricht ein Gefängnis – und genau das bekommt man: Zellen mit massiven Gitterstäben, Holzpritschen und einer schlichten Toilette. Zu Beginn wird das Team in zwei Zellen aufgeteilt, aus denen heraus gemeinsam kommuniziert und der Ausbruch vorbereitet werden muss. Die Gestaltung wirkt stimmig und authentisch; man hat dauerhaft das Gefühl, wirklich in einem Gefängnis zu sitzen.
Der Natur eines Gefängnis-Settings entsprechend gibt es weniger Objekte zum Anfassen und Durchsuchen. Dennoch bleibt genug zu entdecken und mit den Rätseln zu verknüpfen. Eine dezente Geräuschkulisse – Stimmen, Schritte oder Außenatmosphäre – hätte die Immersion noch verstärken können, denn manche Bereiche wirken akustisch etwas steril.
Je nach Spielfortschritt kann sich die Wartezeit in einer der Zellen leicht ziehen, bis die Mitspielenden die Tür öffnen. Ein integriertes Rätselelement verkürzt diese Downtime zwar, ganz vermeiden lässt sie sich aber nicht.
Die Rätsel
Ein klarer Pluspunkt ist die starke Kooperation zwischen den beiden Zellen. Ohne Kommunikation durchs Gitter geht hier gar nichts. Die Rätsel sind linear aufgebaut, jedes Element wird nur einmal benötigt – ideal für Erstspielende.
Die Mischung aus kognitiven und haptischen Aufgaben sorgt für Abwechslung. Die typischen Gefängnis-Klischees werden bedient, aber auf eine unterhaltsame Art. Manche Aufgaben können für Neulinge etwas fordernd sein, jedoch helfen die Gamemaster:innen bei Bedarf zuverlässig weiter.
Gamemastering
Unsere Gamemasterin wusste jederzeit, wo wir uns im Ablauf befanden, und unterstützte uns zuverlässig. Die Hinweise erfolgten klassisch und direkt – etwa mit „Schaut euch noch einmal in der Zelle um.“ Eine immersive Einbindung der Spielleitung ist im Gamedesign nicht vorgesehen.
Nach erfolgreichem Abschluss gab es ein freundliches Debriefing, bei dem alle offenen Fragen beantwortet wurden.
Battle-Modus und Fazit
Der Battle-Modus ist weniger ein echtes Duell als vielmehr ein Vergleich der Endzeiten. Die Teams hören sich gelegentlich durch die Wände, interagieren aber nicht miteinander. Wer eine direkte Konkurrenzsituation wie bei älteren EXIT-Räumen – beispielsweise „Game of Crowns“ – erwartet, könnte daher enttäuscht sein. Für die Stimmung nach dem Spiel ist es jedoch schön, denselben Raum gespielt zu haben und die Erlebnisse gemeinsam auszuwerten.
Abgesehen davon ist „Prison Island“ ein solider und unterhaltsamer Escape Room, besonders für Erst- und Gelegenheitsspielende. Viele aus unserer Gruppe waren überrascht, dass der Raum weniger gruselig war als gedacht, und hatten sichtbare Erfolgserlebnisse. Für Vielspielende hängt die Attraktivität davon ab, wie viele Gefängnisausbrüche sie bereits erlebt haben. Trotz vertrauter Thematik fühlte ich mich gut unterhalten und fand sowohl die Teamdynamik als auch die Rätsel gelungen.
Bewertung: Gut mit Einschränkungen
📌 Für wen?
- Ideal für Erst- und Gelegenheitsspielende
- Teams, die Wert auf klare Kommunikation und Zusammenarbeit legen
- Gruppen, die einen unkomplizierten Raum für Teamevents suchen
🎭 Warum?
„Prison Island“ bietet ein solides, gut strukturiertes Gefängnisabenteuer mit fokussierter Kooperation zwischen zwei Zellen. Die Rätsel sind zugänglich, linear und verständlich aufgebaut, wodurch vor allem Neulinge schnell ins Escape-Room-Erlebnis hineinfinden. Vielspielende erhalten ein stimmiges, handwerklich gutes Setting mit klassischen Gefängniselementen, auch wenn der Raum wenig Neues bietet und der Battle-Modus eher als Zeitvergleich funktioniert als als echtes Duell. Die Location überzeugt durch Professionalität, Organisation und Komfort – ein unkomplizierter Rahmen für Teamevents.
Ein authentischer, gut spielbarer Raum für Gruppen und Neulinge – klar strukturiert, kommunikativ und verlässlich, auch wenn erfahrene Spielende etwas mehr Tiefe und Interaktion vermissen könnten.
