Behind – Deduktion statt Dramaturgie
Schon beim Auspacken merken wir: Behind will anders sein. Keine Umschläge, kein Story-Intro, kein Countdown. Stattdessen ein Stapel Plättchen, ein kurzes Regelheft und die Aufforderung, selbst herauszufinden, wie alles zusammengehört.
Mit Behind veröffentlicht Strohmann Games ein Spiel, das sich bewusst neben die klassische Escape-Room-Schiene stellt und gerade dadurch interessant wird. Statt Codes, Schlössern oder Zeitdruck steht hier reine Deduktion im Mittelpunkt. Drei Fälle, ein Stapel Plättchen und die Aufgabe, aus Fragmenten ein stimmiges Ganzes zu formen.
Was zunächst nach einem Puzzle klingt, entpuppt sich schnell als strukturierte Denkaufgabe. Und genau darin liegt seine Stärke.
Was ist Behind eigentlich?

Behind ist kein klassisches Escape-Room-Spiel, sondern ein deduktives Puzzle mit drei eigenständigen Fällen. Jeder Fall bringt ein eigenes Plättchenset mit, das zunächst ungeordnet vor einem liegt. Die Aufgabe: Alle Teile so anordnen, dass sich eine logisch schlüssige Gesamtstruktur ergibt.
Wichtig ist dabei: Es geht nicht um klassisches Puzzeln über Farben oder Formen. Es geht um Zusammenhänge. Welche Elemente gehören zusammen? Welche Hinweise widersprechen sich? Welche Anordnung ergibt inhaltlich Sinn?
Erst wenn man überzeugt ist, dass alles korrekt liegt, werden die Plättchen umgedreht. Dann zeigt sich, ob die eigene Deduktion trägt.
Dieser Moment ist bewusst nüchtern gehalten. Keine Dramaturgie, keine Effekte. Entweder es stimmt oder eben nicht.
Raumgefühl ohne Raum
Die drei Szenarien: Museumsdiebstahl, Laborumfeld und ein ägyptisch inspiriertes Motiv geben dem Spiel einen thematischen Rahmen. Mehr aber auch nicht. Behind erzählt keine Geschichte, es führt keine Figuren ein und baut keinen Spannungsbogen auf.
Für uns war das zunächst ungewohnt. Gerade weil wir aus der Escape-Welt starke Inszenierungen kennen. Doch je länger wir gespielt haben, desto klarer wurde: Das Spiel braucht das nicht. Es lebt von Struktur, nicht von Story.
Wer Immersion über Dramaturgie definiert, wird hier weniger abgeholt. Wer Immersion als konzentriertes Eintauchen in ein Problem versteht, findet genau das.
Anspruch und Spielgefühl
Der erste Fall funktioniert als sauberer Einstieg. Man versteht schnell, wie das System denkt. Ab dem zweiten Szenario steigt die Komplexität merklich. Beim dritten Fall mussten wir uns wirklich disziplinieren, strukturiert zu bleiben und nicht einfach auszuprobieren.
Und genau hier liegt die Qualität von Behind: Es belohnt sauberes Denken. Wer anfängt zu raten, verliert schnell die Übersicht. Wer systematisch vorgeht, erlebt diese sehr befriedigenden Aha-Momente, wenn plötzlich mehrere Elemente gleichzeitig Sinn ergeben.
Das Spiel bietet optionale Hilfekarten, falls man sich festfährt. Diese greifen sinnvoll ein, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die Haptik. Da die Plättchen nicht ineinandergreifen, kann es gegen Ende etwas unruhig werden, wenn man größere Strukturen verschiebt. Das ist kein großes Problem, aber spürbar.
Escape-Faktor – was bleibt?
Formal ist Behind kein Escape-Spiel. Es gibt keinen Raum, keine Mission, keinen Zeitdruck.
Und trotzdem kennen wir dieses Gefühl: Wenn aus einem chaotischen Anfang plötzlich eine klare Struktur entsteht. Wenn ein Gedanke aufgeht und man merkt, dass die eigene Herleitung funktioniert. Dieser Moment ist sehr nah an dem, was wir aus Escape Rooms schätzen, nur reduzierter und analytischer.
Behind ist weniger Abenteuer und mehr Denkarchitektur.
Unser Fazit zu Behind
Behind ist ein klar konstruiertes, konsequentes Deduktionsspiel. Es verzichtet bewusst auf Storytelling und Inszenierung und setzt vollständig auf Logik. Genau das macht es eigenständig.
Uns hat besonders gefallen, wie stringent das System durchgezogen ist. Die drei Fälle steigern sich sinnvoll im Anspruch und fordern echte Konzentration. Das ist kein Spiel für zwischendurch, sondern für Runden, in denen man sich wirklich einlassen möchte.
Wer Escape-Erlebnisse vor allem wegen Atmosphäre und Dramaturgie liebt, wird hier weniger finden. Wer analytische Herausforderungen sucht, bekommt ein starkes, ehrliches Denkspiel.
Warum lohnt sich Behind?
Weil Behind sich kompromisslos auf Deduktion konzentriert. Die drei Fälle steigern sich sinnvoll im Anspruch und erzeugen genau jene Aha-Momente, die aus strukturiertem Denken echte Zufriedenheit machen.
Kein Spektakel, sondern saubere Denkarbeit – und genau deshalb ein starkes Erlebnis.
- Ein kooperatives Malin-Spiel – Stellen Sie Ihre Beobachtungs- und Logikfähigkeiten in einem einzigartigen Erlebnis auf die Probe, entweder alleine oder zu mehreren.
- Drei Tabellen, drei unveröffentlichte Universen – Erkunden Sie fesselnde Themen: “Der Flug”, “Der Professor” und “Imhotep”, jedes mit seiner Stimmung und seinen Herausforderungen.
- EIN IMMERSIVES ERLEBNIS – Beobachten, montieren und bewundern Sie ein Gemälde durch doppelseitige Fliesen. Eine einzige Lösung für einen intensiven Denkmoment.
- Zugänglich und intuitiv – keine komplexen Regeln: Öffnen Sie ein Fach, mischen Sie die Fliesen und beginnen Sie sofort!
- Hochwertiges Design: Entworfen von Cédric Millet und illustriert von Pierô, Martin Vidberg und Maud Chalmel, verbindet Behind Schönheit und Einfallsreichtum.
Letzte Aktualisierung am 3.02.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API - Alle Amazon Links sind sind Amazon Affiliate Links. Werden Käufe über diese Links getätigt, erhält der Linkersteller eine Provision von Amazon. Der Preis für den Käufer (euch) ändert sich dadurch natürlich nicht.
