[Test] T.I.M.E Stories – Zeitreisen für Escape Game Fans

Vielleicht sind wir etwas spät dran mit T.I.M.E Stories, aber wir haben gelernt, dass Zeit relativ ist. Wer weiß schon, ob wir nicht schon einmal diese Review geschrieben haben? Sicherlich fragt ihr euch, warum es jetzt nicht einen Text zu einem „Escape Game für Zuhause“ gibt, sondern zu einem Rollenbrettspiel. Die Antwort ist ganz einfach: Wir lieben kooperative Spiele mit einer dichten Story; nichts anderes ist ein Escape Room und nichts anderes soll T.I.M.E Stories sein. Ob unsere Erwartungen erfüllt wurden, das lest ihr hier.

T.I.M.E Stories hebt sich schon vom Design von anderen Brettspielen ab. In seiner Verpackung kommt es fast so schlicht und elegant wie ein Apple Produkt daher, was die Erwartungen hoch hält.

T.I.M.E Stories

Time Stories

Als Agent der T.I.M.E Agency reist du in die Vergangenheit, um das Universum und seine Parallelwelten davor zu schützen aus den Fugen zu geraten.

Du und dein Team werden entsendet, Gefährdungen durch illegale Zeitreisen zu beseitigen. Übernehmt als Agenten Avatare in der Vergangenheit und findet die temporale Störung, bevor es zu spät ist. Gemeinsam arbeiten sich die Spieler in T.I.M.E Stories durch Szenarien, finden Hinweise auf die temporalen Probleme. Immer auf der Suche nach der Lösung und dem perfekten Weg dorthin. Dabei gilt es, auf alles zu achten und die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Denn auch Zeitreisende haben nicht ewig Zeit.

Um was geht es bei T.I.M.E Stories?

Über die Geschichte kann man nicht allzu viel schreiben, wenn man euch nicht den Spaß verderben will. Daher lasst euch nur gesagt sein, dass das Setting in einer Irrenanstalt in den 1920er spielt.

Wie funktioniert T.I.M.E Stories?

Time Stories Spielbrett

Bei T.I.M.E Stories handelt es sich um ein kooperatives Brettspiel, welches von maximal vier Spielern gespielt werden kann. Da der Spielemechanismus etwas umfangreicher ist, werde ich diesen nur kurz anreißen. Nach und nach bewegt man sich mit seinen Mitspielern durch diverse Räumlichkeiten, welche durch eine Reihe Karten auf dem Spielbrett dargestellt werden. Diese gilt es dann entsprechend nach Hinweisen abzusuchen. Man kann Hinweise von Charakteren erhalten, Dinge finden oder man muss diverse Prüfungen (Kampf, Geschicklichkeit, etc.) bestehen.

Im Spiel sieht dies dann wie folgt aus: Zu Beginn des Spieles wählt ihr einen sogenannten „Wirtskörper“ in Form einer Karte. Jeder der zur Verfügung stehenden Charaktere hat verschiedene Vorteile und Nachteile in Form von Lebenspunkten, Fähigkeiten und Widerstand.  Es liegt in eurem Ermessen, wie ihr diesen Part ausgestaltet. Rollenspieler unter euch werden diesen Wirt im Spiel mehr ausgestalten, als es vielleicht andere Spieler tun.

Sobald man an der Reihe ist, bewegt man seine Figur auf ein beliebiges, aktuell verfügbares Feld in der Räumlichkeit. Wenn alle Spieler sich für eine Position entschieden haben, dann muss jeder die Rückseite der Karte auf diesem Feld betrachten. Hier  kann man entweder eine Entscheidung treffen, muss Würfeln um eine Prüfung zu überstehen, oder bekommt neue Gegenstände und Informationen, welche bei der Lösung des Falls helfen können. Ein toller kooperativer Aspekt kommt hier auch zustande, in dem ihr euch nicht einfach die Karten gegenseitig vorlest, sondern euch viel mehr erzählt, was euer Wirt in diesem Abschnitt des Raumes gesehen oder welche Information er erhalten hat.

Alle diese Aktionen kosten sogenannte Zeiteinheiten. Jede Prüfung, jeder Raumwechsel. Schafft ihr es nicht die Geschichte innerhalb des vorgegebenen Zeitkontingents zu lösen, müsst ihr das Spiel von neuem beginnen — teilweise auch unter neuen Voraussetzungen. Ziel des Spieles ist es, die Lösung in möglichst wenigen Durchläufen zu finden.

time stories

Warum hat uns T.I.M.E Stories so viel Spaß gemacht?

Man kann T.I.M.E Stories nicht im ersten Durchgang gewinnen und genau dies macht den Reiz des Spieles aus. Wir haben tatsächlich drei Runden benötigt, was uns zwischen 3 und 4 Stunden gekostet hat. In jeder Runde findet man mehr heraus und kommt der Lösung näher, wird besser, nur um doch wieder zu scheitern. Alles wirkt ein bisschen wie in einem typischen Zeitschleifen Film à la „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Man lernt aus seinen Fehlern und versucht einen neuen Ansatz. In jeder Runde diskutiert man am Tisch, wie gehen wir (jetzt) vor? Brauchen wir das Objekt tatsächlich? Was sollten wir nicht wiederholen? Haben wir mit einem anderen „Wirt“ mehr Erfolg?  Jedoch selbst, wenn man die für sich vermeintlich beste Strategie gefunden hat, kommt es zum Teil noch immer auf das Würfelglück an.

Die ganze Geschichte kommt interaktiv daher und bietet die gesamte Bandbreite der Emotionen. Tatsächlich kam es dem Gefühl einen Escape Room kooperativ zu lösen sehr nahe. Jedoch solltet ihr hier keine Rätsel wie in den klassischen Escape Room Spielen für Zu Hause erwarten. Der Fokus liegt hier auf der Story und der Interaktion untereinander. Es gibt nur wenige echte Rätsel, die von euch Nachdenken und Kombinieren erfordern. Meistens erzielt ihr Fortschritte durch das Sammeln, Zusammenfügen oder Verwerfen von Informationen. Jedoch blieb das Erlebte zumindest bei uns noch einige Tage hängen und wir überlegten noch Tage danach, wie wir die Geschichte noch besser hätten lösen können.

Was hat uns an T.I.M.E Stories weniger gefallen?

T.I.M.E Stories hat für uns zwei kleine Schwächen. So spannend die Story des Spiels ist, so unbefriedigend endet sie auch. Hier hat es uns etwas an Background gefehlt, hinsichtlich der Motivation einzelner Figuren und weshalb dies und das passiert ist. So erfüllt ihr zwar euren Auftrag, jedoch geht es im gleichen Moment auch wieder zurück in die Gegenwart und es bleibt ein Fragezeichen über euren Köpfen zurück. Auch wenn man natürlich seiner Fantasie freien Lauf lassen kann, was da gerade passiert ist und was man hier verhindert hat.

Ein weiterer Punkt geht mit der Begebenheit einher, welche das Spiel auch so interessant macht: Der mehrmalige Durchlauf des Szenarios. So spannend es ist, eine Geschichte zu wiederholen und eine entsprechend andere Herangehensweise zu probieren, so ermüdend kann trotzdem der Part sein, die ein oder andere Räumlichkeit erneut aufzusuchen. Irgendwann bleibt die Neugier auf der Strecke und man versucht recht schnell den Punkt in der Geschichte zu erreichen, welchen man noch nicht kennt.

Was könnte euch an T.I.M.E Stories stören?

  1. Das Regelwerk ist etwas komplexer. Vor allem für Spieler, welche bisher nur die selbsterklärenden Escape Games für Zuhause gespielt haben oder nur einfache Brettspiele.
  2. T.I.M.E Stories ist nur einmalig spielbar. Wenn man die Geschichte komplett durchgespielt und die Aufgabe erfüllt hat, gibt es keinen Grund diese erneut zu spielen.
  3. Der hohe Preispunkt. 40 Euro für 2-3 Stunden Spielspaß könnte dem ein oder anderen zu teuer sein.

Warum ihr T.I.M.E Stories spielen solltet?

Wer Geschichten mag, der wird T.I.M.E Stories lieben. Selten hat uns ein Brettspiel für 2-3 Stunden in eine andere Welt gezogen wie dieses und kam so atmosphärisch daher. Man erlebt eine komplett neue Art der Interaktion mit seinen Mitspielern und damit bleibt T.I.M.E Stories in Erinnerung. Das Durchlesen der 20-seitigen Spielanleitung hat sich nach dem ersten Durchlauf schon gelohnt. Selbst der etwas hohe Preispunkt ist okay, da es sich hier um eine Art Grundspiel handelt. Denn der große Vorteil der Zeitreisethematik ist, dass das Spiel mit unterschiedlichen Szenarien erweitert werden kann. Neben den jetzt schon erhältlichen offiziellen Erweiterungen, gibt es im Internet auch kostenlose Fanszenarien. Ob T.I.M.E Stories auch in Zukunft Spaß bereitet, ist jedoch auch stark von diesen Erweiterungen abhängig und welchen Zugang man zu den Szenarien findet. Wir freuen uns jedoch auf alle weiteren Zeitreisen mit der T.I.M.E Agency.

Für alle die noch mehr wissen wollen, findet ihr auf der Homepage von Asmodee  Regeln und FAQ. 

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Folgende Erweiterungen von T.I.M.E Stories sind bisher erschienen:

Die bisher erschienenen Erweiterungen führen euch zu Zombies, Zauberern, ins alte Ägypten, ins Mittelalter und auf eine schaurige Antarktis Expedition.

1. Der Marcy Fall

Die zweite Mission der T.I.M.E Agency schickt die Agenten ins Jahr 1992. In einer amerikanische Kleinstadt geht eine mysteriöse Seuche um. Der Auftrag der Agenten lautet: Rettet Marcy, rettet die Zukunft.


2. Die Drachen-Prophezeiung

Die T.I.M.E Agency braucht erneut ihre besten Agenten um ein Problem der Zeitlinie zu verhindern. Im neuen Fall von T.I.M.E Stories müssen die Agenten in einer mittelalterlichen Welt voller Magie bestehen. Können sie die Aufgabe in der Zeit lösen?


3. Hinter der Maske

Im Tal der Könige im alten Ägypten gibt es ein Geheimnis. Die Agenten der T.I.M.E Agency machen sich in dieser Mission auf die Reise in die ferne Vergangenheit. Dort angekommen müssen sie schnell sein, denn die Zeit ist begrenzt und das Rätsel des Pharaos stellt sie in diesem Fall von T.I.M.E Stories vor eine schwierige Aufgabe.


4. Lumen Fidei

Die Zeitreise-Agenten gehen erneut auf Reise. Der Titel „Lumen fidei“ gibt die Richtung an: Die Agenten folgen dem „Licht des Glaubens“ ins späte Mittelalter, in die Zeit der Inquisition. Was sie dort tun sollen? Wem sie dort begegnen werden? Das können wir fraglos nicht verraten. Sicher dürfte jedoch sein, dass wieder knackige Rätsel und unerwartete Storywendungen auf die Agenten der T.I.M.E Agency warten und es auch den ein oder anderen neuartigen Twist geben wird, der nie zuvor einem Zeitreisenden widerfahren ist.Die Zeitreise-Agenten gehen erneut auf Reise.


5. Die Endurance Expedition

Die T.I.M.E Agency hat einen neuen Auftrag. Diesmal geht es ins Jahr 1914 N.Z. und es wird kalt, verdammt kalt. Die Endurance, ein Forschungsschiff auf dem Weg durch die Antarktis, ist im Eismeer verschollen! Was ist der Expedition zugestoßen? Ein Team aus erfahrenen Zeitreise-Agenten soll der Sache auf den Grund gehen …


6. Estrella Drive (FSK 18)

Die Agenten der Agency stehen vor ihrem nächsten Einsatz. Diesmal geht es in das Jahr 1982, wo einige Geister der Vergangenheit keine Ruhe finden. Und auch wenn die 80er Jahre den Agenten seltsam vorkommen, müssen sie den dunklen Geheimnissen des kalifornischen Showbusiness auf die Spur kommen.

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