[Podcast] 10 Jahre Escape Maniac

Escape Maniac ist der deutschsprachige Podcast für Escape Rooms, immersive Erlebnisse und interaktive Abenteuer. Wir sprechen über Escape Room Design, Atmosphäre, Storytelling, Rätselkonzepte und die Menschen hinter den besten Escape Rooms im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.
In Interviews mit Escape-Room-Betreibern, Designer:innen, Szenograf:innen und Kreativteams werfen wir einen Blick hinter die Kulissen moderner Escape Rooms. Wir diskutieren, was Immersion wirklich ausmacht, warum sich manche Räume wie echte Welten anfühlen – und andere nicht – und wie sich die Escape-Room-Branche weiterentwickelt.
Ob cineastische Escape Rooms, familienfreundliche Escape Games, internationale Highlights oder neue Trends: Escape Maniac verbindet persönliche Spielerfahrungen mit fundierter Einordnung und kritischem Blick.
Ein Podcast für Escape-Room-Fans, Enthusiasten, Betreiber und alle, die Escape Rooms nicht nur spielen, sondern verstehen wollen.
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10 Jahre Escape Maniac. In dieser Folge schauen wir zurück auf den Moment, mit dem alles begann, und auf den Weg, der daraus entstanden ist. Wir sprechen über frühe Erfahrungen, über Räume, die uns geprägt haben, und darüber, wie sich die Escape-Room-Szene in dieser Zeit verändert hat.
Es geht um Erlebnisse, die hängen geblieben sind, um Begegnungen mit Menschen aus der Szene und um die Frage, warum wir bis heute darüber schreiben und sprechen. Kein großer Rückblick mit Zahlen, sondern ein persönliches Gespräch über das, was uns wirklich wichtig geblieben ist.
Eine Folge über Erinnerungen, Entwicklung und darüber, was Escape Rooms für uns ausmacht.

Manche Geschichten beginnen mit keinem großen Plan. Diese hier begann mit einem Plakat in Kreuzberg, einem Geburtstagsgeschenk und der Frage, was eigentlich ein Escape Room ist. 2015 haben wir mit The Beast of Berlin bei The Room unseren ersten Raum gespielt. Kurz darauf folgte ein zweiter Raum bei einem anderen Anbieter, und der war so enttäuschend, dass aus der bloßen Neugier schnell mehr wurde. Plötzlich war da der Gedanke, dass irgendjemand festhalten sollte, was gut ist, was besonders ist und was man sich vielleicht auch sparen kann.
Dieser Impuls war der Anfang von Escape Maniac. Zuerst als Facebook-Seite mit kurzen Eindrücken, ein bisschen später dann als Blog. Am 28. April 2016 ging die Website online. Der erste Beitrag drehte sich um Schutzraum 13 von Claustrophobia. Es war einfach der Versuch, Erlebnisse festzuhalten. Nicht als Punkteliste und nicht als schnelle Wertung, sondern so, wie wir selbst darüber sprechen wollten. Was hat funktioniert. Was war besonders. Wo war ein Raum mehr als nur eine Reihe von Rätseln. Und wo eben nicht.
Damals war die Szene noch deutlich kleiner. Vieles wirkte roher, direkter, manchmal auch improvisierter. Gleichzeitig lag genau darin ein eigener Reiz. Was uns damals besonders überrascht hat, war, wie viel Wirkung schon mit vergleichsweise einfachen Mitteln entstehen konnte. Begriffe wie Immersion, Storytelling oder cineastische Inszenierung waren noch lange nicht so präsent wie heute. Vieles musste sich erst entwickeln. Umso spannender war es, diese Entwicklung über Jahre mitzuerleben. Aus einfachen Rätselräumen wurden nach und nach Erlebniswelten. Aus netten Ideen wurden Räume, die mit Licht, Sound, Mechanik, Dramaturgie und manchmal auch Schauspiel etwas erschaffen, das man nicht so schnell vergisst. Und trotzdem ist etwas von diesem ersten Gefühl bis heute geblieben. Dieses kurze Staunen, wenn plötzlich irgendwo eine Tür aufgeht, wo eben noch keine war. Bei unserem ersten Raum war genau das der Moment, in dem uns klar wurde, dass hier mehr passieren kann als bloßes Rätsellösen. Dazu kam ein Schreckmoment mit einem Fellknäuel, das ich im ersten Augenblick für eine Ratte hielt. Wir haben damals Tränen gelacht und wahrscheinlich ist genau da etwas hängen geblieben, das bis heute da ist. Escape Rooms waren für uns nie nur Rätsel. Es ging immer auch um Überraschung, Atmosphäre und um diese besondere Mischung aus Anspannung und Spaß, die man gemeinsam erlebt.
Escape Maniac ist dann mit uns mitgewachsen. Mit dem Blog. Mit dem Podcast. Mit unserem Alltag. Mit Phasen, in denen wir viel gespielt und geschrieben haben, und mit anderen, in denen das Leben an anderer Stelle wichtiger war. Familiengründung gehörte genauso dazu wie Pausen, die nicht geplant waren, sondern einfach passiert sind. Vielleicht ist genau das auch ein Teil dieser Geschichte. Escape Maniac war für uns nie etwas, das auf Dauerleistung ausgelegt war. Es war immer ein Projekt, das aus echter Begeisterung entstanden ist und nur so lange Sinn ergibt, wie diese Begeisterung da ist.
Dazu gehört auch, dass wir das nie ganz allein gemacht haben. Mit der Zeit kamen neue Perspektiven dazu, neue Stimmen, neue Gespräche. Aus ersten Kontakten wurde Zusammenarbeit, aus Zusammenarbeit wurden Freundschaften. Das hat Escape Maniac verändert und erweitert. Nicht nur Berlin, nicht nur unsere eigenen Erfahrungen, sondern auch andere Regionen, andere Räume, andere Blickwinkel. Und genau aus diesem Austausch entstand irgendwann auch der Wunsch, Erlebnisse nicht nur aufzuschreiben, sondern gemeinsam zu besprechen. Der Podcast gehört deshalb genauso dazu. Er kam später, aber aus demselben Impuls. Nicht nur schreiben, sondern auch reden. Einordnen. Erinnern. Diskutieren. Und manchmal auch einfach festhalten, was diese Szene mit uns gemacht hat.
Wenn ich auf diese zehn Jahre schaue, denke ich deshalb weniger an Zahlen, Reichweite oder die Frage, was man aus so einem Projekt theoretisch noch alles machen könnte. Ich denke eher an konkrete Momente. An Räume, die uns überrascht haben. An Reisen, bei denen ein einziges Spiel den ganzen Trip geprägt hat. An Gespräche nach dem Spiel, die länger dauerten als der Raum selbst. An Erlebnisse, über die man noch Tage später spricht, weil irgendetwas daran hängen bleibt.
Genau deshalb gibt es auch Räume, die für uns mehr waren als einfach nur gute Spiele. Räume, die sich festgesetzt haben, weil sie im richtigen Moment kamen. Weil sie uns überrascht haben. Weil sie etwas ausgelöst haben, das über die eine Stunde Spielzeit hinausging. Manche davon stehen für bestimmte Phasen von Escape Maniac, andere für einen Perspektivwechsel darauf, was dieses Medium überhaupt leisten kann. Und wieder andere sind einfach mit Erinnerungen verknüpft, die bis heute geblieben sind. Der herzlose Pirat von Dream Labs ist so ein Beispiel. Genau diese Räume sind für uns auch ein guter Teaser auf unseren aktuellen Podcast. Dort sprechen wir ausführlicher über die Erlebnisse, die uns geprägt haben, über Spiele, die unseren Blick auf Escape Rooms verändert haben, und darüber, warum manche Räume bleiben, auch wenn man längst wieder draußen ist.
Was über die Jahre ebenfalls gewachsen ist, ist unser Respekt für die Menschen hinter diesen Erlebnissen. Für Betreiberinnen und Betreiber, die mit viel Risiko, Arbeit und Leidenschaft etwas aufbauen, das am Ende vielleicht nur eine Stunde dauert und trotzdem lange in Erinnerung bleibt. Einen Raum zu spielen ist das eine. Ihn zu bauen, zu betreiben, zu verbessern und immer wieder Gruppen hindurchzuschicken, die völlig unterschiedlich reagieren, ist etwas ganz anderes.
Gerade deshalb war uns immer wichtig, fair zu bleiben. Subjektiv, ja. Klar in unserer Meinung, ja. Aber nie mit dem Anspruch, das letzte Wort zu haben. Unsere Texte waren immer unser Blick auf ein Erlebnis. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Raum, der mit viel Liebe zum Detail gebaut wurde, verdient Aufmerksamkeit. Ein Spiel, das neue Ideen ausprobiert, verdient Diskussion. Und eine Szene, die sich ständig weiterentwickelt, verdient Respekt.
Und dann ist da natürlich noch die Community. Ohne sie wäre Escape Maniac nie das geworden, was es heute ist. Aus Kommentaren wurden Gespräche. Aus Nachrichten wurden Begegnungen. Aus Empfehlungen wurden gemeinsame Touren. Über die Jahre sind daraus viele Verbindungen entstanden, die weit über einzelne Reviews hinausgehen. Genau das ist wahrscheinlich das Schönste an diesem ganzen Projekt. Dass daraus nicht nur ein Archiv von Räumen geworden ist, sondern auch ein Austausch mit Menschen, die dieselbe Begeisterung teilen.
Deshalb ist dieser Rückblick für uns vor allem eines. Ein dankbarer. Wir freuen uns über alle, die gelesen, gehört, kommentiert, diskutiert und empfohlen haben. Über alle, die uns Räume gezeigt, Einblicke gegeben oder einfach Zeit mit uns verbracht haben. Und darüber, dass aus einer spontanen Idee etwas geworden ist, das uns seit zehn Jahren begleitet.
Wer noch tiefer in diese zehn Jahre eintauchen möchte, findet mehr dazu in unserem aktuellen Podcast. Dort blicken wir ausführlicher auf unsere Anfänge, sprechen über prägende Räume und erzählen, warum manche Erlebnisse für uns bis heute untrennbar mit Escape Maniac verbunden sind.
Escape Maniac war nie dazu da, einfach nur Listen zu füllen. Es ging immer darum, gute Erlebnisse sichtbar zu machen und die Entwicklung dieser Szene festzuhalten. Dass wir das jetzt seit zehn Jahren tun, ist alles andere als selbstverständlich.
Auf die nächsten Jahre. Wir machen weiter, solange es sich richtig anfühlt. Und solange es noch Räume gibt, bei denen man nach dem Spielen weiß, dass genau deshalb all das einmal angefangen hat.
Euere Maniacs
Maria, Malte und Sebastian
