Warum Escape Room Reviews nicht perfekt sein können
ESCAPE MANIAC · ÜBER UNSERE REVIEWS
Warum Escape Room Reviews niemals perfekt sein können
Jede Bewertung ist eine Momentaufnahme
Zwei Teams spielen denselben Escape Room und kommen anschließend zu völlig unterschiedlichen Bewertungen. Wer hat recht? Wahrscheinlich beide. Denn einen Escape Room zu spielen ist eine einmalige, persönliche und subjektive Erfahrung.
„Warum habt ihr diesen Escape Room nicht besser bewertet?“
Diese Frage bekommen wir immer wieder.
Manche Leser:innen würden einen Raum deutlich besser bewerten als wir. Andere können überhaupt nicht nachvollziehen, warum wir von einem Erlebnis so begeistert waren.
Und wisst ihr was?
Denn einen Escape Room zu spielen ist eine einmalige, persönliche und vor allem subjektive Erfahrung.
Wir können versuchen, unsere Eindrücke möglichst nachvollziehbar zu beschreiben. Wir können Räume miteinander vergleichen und unsere Erfahrung aus vielen gespielten Escape Rooms einbringen.
Eine objektive Wahrheit entsteht daraus trotzdem nicht.
Genau deshalb können Escape Room Reviews niemals perfekt sein.
DIE MOMENTAUFNAHME
Vier Dinge beeinflussen jede Escape Room Bewertung
Unsere Bewertung entsteht nicht allein durch den Raum. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel zwischen Spieler:innen, Erwartungen, dem tatsächlichen Erlebnis und dem Zeitpunkt, an dem wir es gespielt haben.
DER ERSTE FAKTOR
Wir – die Spieler:innen
Ein Escape Room kann fantastische Kulissen haben, außergewöhnliche Rätsel bieten und technisch beeindruckend sein. Wenn der Funke nicht überspringt, bringt uns das alles erstaunlich wenig.
Jede Person betritt einen Escape Room mit anderen Erfahrungen, Erwartungen und Vorlieben.
Selbst wir bei Escape Maniac erleben einen Raum nicht vollkommen unabhängig davon, was wir zuvor gespielt haben und was uns persönlich begeistert.
Unsere Erfahrung verändert unsere Wahrnehmung
Wer seinen ersten Escape Room spielt, erlebt etwas völlig anderes als jemand, der bereits 100 oder 300 Räume kennt.
Wir alle kennen dieses Phänomen.
Der erste Escape Room bleibt häufig besonders positiv im Gedächtnis. Nicht unbedingt, weil dieser Raum außergewöhnlich gut war, sondern weil das gesamte Konzept neu war.
Plötzlich werden Gegenstände untersucht, Codes entschlüsselt und geheime Türen geöffnet.
Vielleicht bewegt sich sogar zum ersten Mal eine Wand und dahinter wartet ein weiterer Raum.Das beeindruckt.
Mit zunehmender Erfahrung verändert sich zwangsläufig der Blick auf solche Dinge. Man erkennt bestimmte Rätselmechanismen schneller. Man hat aufwendigere Kulissen gesehen. Man kennt technische Effekte und beginnt automatisch, Erlebnisse miteinander zu vergleichen.
Was beeinflusst unsere Wahrnehmung?
Wie viele Escape Rooms haben wir bereits gespielt?
Welche Erfahrungen haben wir mit vergleichbaren Räumen gemacht?
Wie ist unser Team zusammengesetzt?
Sind wir eingespielt oder spielen wir zum ersten Mal zusammen?
Wie groß ist unsere Gruppe?
Wie ist unsere Stimmung an diesem Tag?
Ist es unser erster Raum oder bereits der fünfte auf einem Escape-Room-Trip?
Haben wir überhaupt einen Zugang zum Thema?
DER ZWEITE FAKTOR
Unsere Erwartungen
Nicht alle Spieler:innen suchen in einem Escape Room dasselbe. Genau deshalb kann derselbe Raum für ein Team großartig und für ein anderes enttäuschend sein.
Keine dieser Erwartungen ist grundsätzlich richtiger als eine andere.
Aber sie beeinflussen unsere Wahrnehmung.
Wer einen rätsellastigen Escape Room besucht und vor allem eine filmreife Geschichte erwartet, kann enttäuscht werden, obwohl die Rätsel hervorragend sind.
Wer einen immersiven Story-Raum besucht und eigentlich zwei Stunden lang möglichst viele Schlösser und Codes lösen möchte, erlebt möglicherweise genau dasselbe Problem.
DESHALB TRENNEN WIR BEI ESCAPE MANIAC ZWEI FRAGEN
Denn ein sehr guter Horrorraum ist nicht automatisch eine Empfehlung für Menschen, die keinen Horror mögen.
Und dann ist da noch der Erfolg
Ein weiterer Faktor wird unserer Meinung nach gerne unterschätzt:
Haben wir den Escape Room geschafft?
Natürlich kann ein Raum auch dann großartig sein, wenn wir am Ende scheitern.
Aber seien wir ehrlich: Ein Erfolg fühlt sich gut an.
Ein starkes Finale, die letzte gelöste Aufgabe und vielleicht noch drei Sekunden auf der Uhr können die Erinnerung an einen Raum beeinflussen.
Genauso kann Frust entstehen, wenn wir kurz vor dem Ende stehen und die Zeit abläuft.
DER DRITTE FAKTOR
Der Escape Room selbst
Natürlich hängt eine Bewertung nicht ausschließlich von uns Spieler:innen ab. Auch der Escape Room selbst hat erheblichen Einfluss darauf, welches Erlebnis wir haben.
Öffnen sich Türen, Schlösser und Mechanismen so, wie sie sollen?
Verstehen wir, was von uns erwartet wird und warum?
Unterstützen Räume, Aufgaben und Atmosphäre die Erzählung?
Oder verbringen wir viel Zeit damit, nicht zu wissen, was wir überhaupt tun sollen?
Kommen Hinweise zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Form?
Einige dieser Punkte lassen sich relativ konkret beschreiben. Trotzdem bleibt selbst hier ein subjektiver Anteil.
Ein Hinweis, den wir als perfekt getimt empfinden, kann für andere Spieler:innen viel zu früh kommen.
Und ein Gamemaster, dessen Humor bei unserem Team hervorragend funktioniert, kann bei der nächsten Gruppe überhaupt nicht ankommen.
DER VIERTE FAKTOR
Escape Rooms verändern sich
Unsere Review beschreibt immer den Escape Room, den wir zu einem bestimmten Zeitpunkt erlebt haben. Nicht zwangsläufig den Raum, den ihr heute spielen werdet.
Ein Buch bleibt nach seiner Veröffentlichung im Wesentlichen dasselbe Buch. Ein Film verändert sich normalerweise ebenfalls nicht, wenn wir ihn ein Jahr später noch einmal anschauen.
Bei Escape Rooms sieht das anders aus.
Sie können sich weiterentwickeln.
Defekte Rätsel können repariert werden.
Aufgaben können verändert oder vollständig ersetzt werden.
Der Spielfluss kann optimiert werden.
Kulissen, Sounds, Licht und Effekte können ergänzt werden.
Gamemaster:innen können besser geschult werden.
Vielleicht arbeitet inzwischen sogar ein vollkommen anderes Team dort.
Das funktioniert übrigens auch in die andere Richtung.
Ein Escape Room kann verbessert werden.
Er kann sich aber auch verschlechtern.
Technik altert. Requisiten nutzen sich ab. Personal wechselt. Effekte funktionieren vielleicht irgendwann nicht mehr so zuverlässig wie am Eröffnungstag.
Deshalb versuchen wir bei unseren Reviews auch anzugeben, wann wir einen Escape Room gespielt haben.
DER ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED
Wir spielen einen Escape Room normalerweise nur einmal
Escape Rooms haben normalerweise genau eine Chance, uns zu beeindrucken.
Wir können einen Film Jahre später noch einmal ansehen und feststellen, dass wir ihn inzwischen völlig anders wahrnehmen.
Wir können ein Buch erneut lesen.
Wir können ein Brettspiel nach zehn Partien wesentlich fundierter beurteilen als nach der ersten.
Bei einem Escape Room funktioniert das nur eingeschränkt.
Sobald wir die Rätsel, Überraschungen und geheimen Räume kennen, können wir das ursprüngliche Erlebnis nicht einfach wiederholen.
Natürlich könnten wir denselben Raum noch einmal spielen.
Aber es wäre nicht mehr dasselbe.
Deshalb ist jede unserer Reviews zwangsläufig eine Momentaufnahme.
wurde ein Kritikpunkt wenige Wochen später behoben.
würden wir den Raum mit unserer heutigen Erfahrung anders bewerten.
hatten wir damals einfach einen fantastischen Tag.
hat unser Team an diesem Tag überhaupt nicht harmoniert.
hatten wir den perfekten Gamemaster für unser Team.
war es einfach nicht unser Thema.
All das wird Teil unserer Erinnerung an diesen Escape Room.
UND WAS BEDEUTET DAS?
Escape Room Reviews sind trotzdem wertvoll
Dass Reviews subjektiv sind, bedeutet nicht, dass Bewertungen wertlos sind.
Ganz im Gegenteil.
Reviews können euch einen Eindruck davon vermitteln, was euch in einem Escape Room erwartet. Sie können Stärken und Schwächen beschreiben, Erlebnisse miteinander vergleichen und euch dabei helfen herauszufinden, ob ein Raum zu euch passt.
Wir versuchen dabei, unsere Erfahrungen möglichst nachvollziehbar zu begründen.
Einen Anspruch darauf, dass ihr anschließend zum exakt gleichen Ergebnis kommt, haben wir nicht.
Vielleicht hattet ihr einen anderen Gamemaster.
Vielleicht wurde der Raum verändert.
Vielleicht wart ihr mit einer anderen Teamgröße dort.
Oder vielleicht habt ihr einfach einen völlig anderen Geschmack.
UNSER FAZIT
Die perfekte Escape Room Review gibt es nicht
Vielleicht ist genau das sogar das Spannende an unserem Hobby.
Zehn Menschen können denselben Escape Room spielen und anschließend zehn leicht unterschiedliche Geschichten darüber erzählen.
Wir können versuchen, unsere Bewertungen transparent, nachvollziehbar und fair zu machen. Wir können erklären, welche Kriterien für uns wichtig sind und welche Art von Escape Rooms uns besonders begeistert.
Vollständig objektiv werden unsere Reviews dadurch nicht.
Und das sollen sie auch gar nicht sein.

Ja, ich stimme voll und ganz mit Ihnen. Unser Escape Room http://www.openthedoor.at bekommen unterschiedliche Markierungen aller Zeiten.