[Im Test] EXIT – Das Spiel: Der perfekte Einbruch

Heute wird getestet und gefeiert. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Vor zehn Jahren erschienen mit „Die verlassene Hütte“, „Das geheime Labor“ und „Die Grabkammer des Pharao“ die ersten Abenteuer von EXIT – Das Spiel.

Und nicht nur EXIT feiert 2026 seinen zehnten Geburtstag. Auch Escape Maniac wurde dieses Jahr zehn Jahre alt.

Was damals mit drei kleinen Schachteln begann, entwickelte sich zu einer der großen Erfolgsgeschichten im deutschen Brettspielmarkt. Bereits 2017 wurde „EXIT – Das Spiel“ zum Kennerspiel des Jahres gewählt. Mittlerweile ist aus der ursprünglichen Idee eine ganze Spielewelt mit zahlreichen Abenteuern, unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, EXIT Kids, Puzzles und weiteren Varianten entstanden. Die Reihe wurde international veröffentlicht und hat das Prinzip der Escape Rooms für Millionen Menschen auf den heimischen Spieltisch gebracht.

Und auch bei uns hat sich in diesen zehn Jahren einiges getan. Anfangs wollte der Funke bei EXIT noch nicht vollständig überspringen. Die ersten Abenteuer waren uns teilweise zu abstrakt und die Geschichte spielte für unseren Geschmack eine zu kleine Rolle. Das änderte sich ziemlich schnell. Seitdem landeten die kleinen Schachteln von Kosmos regelmäßig auf unserem Tisch. Wir haben Karten zerschnitten, Schachteln zerlegt, Material zweckentfremdet und uns mehr als einmal gefragt, wie Inka und Markus Brand schon wieder auf so eine Rätselidee gekommen sind.

Zum zehnten Geburtstag gibt es nun natürlich ein neues Abenteuer. Und dieses Mal darf auch die Verpackung etwas Besonderes sein. „Der perfekte Einbruch“ erscheint zunächst als Sonderedition in einer Metallbox. Dazu gibt es Schere, Kugelschreiber, Bleistift, Radiergummi und Lineal.

Also schauen wir mal, ob sich zehn Jahre EXIT auch wie zehn Jahre EXIT anfühlen.

Der perfekte Einbruch

George Reed betreibt ein großes Casino und soll seine Gäste mit manipulierten Spielgeräten um ihr Geld bringen. Unsere Aufgabe ist es, zunächst in seine Villa einzubrechen und schließlich den Hochsicherheits-Tresorraum des Casinos zu knacken. Dort sollen sich die Beweise für seine Machenschaften befinden.

Das Setting passt natürlich perfekt zu EXIT. Einbruch, Tresor, Sicherheitssysteme und Codes schreien geradezu nach Rätseln. Am bekannten Spielprinzip ändert sich dabei wenig. Rätselkarten, Lösungskarten, Hilfekarten, seltsame Teile und natürlich die Decodier-Scheibe sind wieder mit dabei. Wer EXIT kennt, kann praktisch sofort loslegen.

Alles beim Alten. Aber ist das zum zehnten Geburtstag genug?

Was hat man von den Rätseln zu erwarten?

„Der perfekte Einbruch“ wird von Kosmos als Abenteuer für Fortgeschrittene eingeordnet. Für uns bewegt es sich eher im unteren bis mittleren Bereich dieser Kategorie.

Die Rätsel sind abwechslungsreich und reichen von Logik und Kombinatorik über Puzzles bis zum kreativen Umgang mit dem Material. Einige Aufgaben konnten uns dabei auch wirklich überraschen und zeigen, dass der EXIT-Reihe selbst nach zehn Jahren noch nicht die Ideen ausgehen.

Insgesamt hätten wir uns zum Jubiläum aber etwas mehr davon gewünscht.

Allerdings wird einem als Vielspieler manchmal deutlich gezeigt, was als Nächstes zu tun ist. Das nimmt manchen Rätseln genau den Moment, den wir an EXIT eigentlich so mögen: Man sitzt vor irgendeinem merkwürdigen Stück Pappe, hat überhaupt keine Ahnung, was man damit anfangen soll und plötzlich macht es Klick.

Solide ist das alles trotzdem. Nur eben selten außergewöhnlich.

Eine Jubiläumsbox für EXIT

Optisch macht die Sonderedition durchaus etwas her. Die Metallbox hebt „Der perfekte Einbruch“ sofort von den normalen EXIT-Schachteln ab und fühlt sich für das zehnjährige Jubiläum auch passend an. Dazu legt Kosmos noch Schere, Kugelschreiber, Bleistift, Radiergummi und Lineal bei. In Zukunft sind wir somit perfekt ausgerüstet für die nächsten Abenteuer.

Wer darin allerdings Hinweise auf völlig neue Rätselmechaniken vermutet, sollte seine Erwartungen etwas bremsen. Die zusätzlichen Gegenstände bleiben größtenteils das, was sie sind: praktische Utensilien für das Spiel und kleine Extras für Fans.

Das ist für uns aber kein Kritikpunkt an der Metallbox selbst. Bei der Metallbox handelt es sich um eine Sonderedition. „Der perfekte Einbruch“ soll später auch als reguläre EXIT-Version in der klassischen Pappschachtel und ohne diese Extras erscheinen.

Die Jubiläumsedition ist damit vor allem eine schönere und umfangreicher ausgestattete Version des Spiels. Das eigentliche Abenteuer steckt aber weiterhin in den Karten, den seltsamen Teilen und natürlich den Rätseln.

Auf die nächsten 10 Jahre!

„Der perfekte Einbruch“ ist am Ende vor allem eines: ein klassisches EXIT – Das Spiel. Und das ist erst einmal nichts Schlechtes.

Das Heist Setting funktioniert, die Rätsel sind abwechslungsreich und auch nach zehn Jahren schaffen es Inka und Markus Brand noch, die eine oder andere neue Idee aus der Schachtel zu zaubern. Nur hätten wir uns gerade zum großen Jubiläum ein paar mehr dieser typischen EXIT Momente gewünscht, bei denen man anschließend einfach nur grinsend am Tisch sitzt.

Tatsächlich konnte uns das Jubiläums EXIT vor fünf Jahren etwas mehr überzeugen. „Die Rückkehr in die verlassene Hütte“ schlug nicht nur schön den Bogen zu den Anfängen der Reihe, sondern brachte mit dem 3D Aufbau auch spielerisch etwas mit, das sich nach Jubiläum anfühlte. Genau so einen besonderen Kniff hätten wir uns auch zum Zehnjährigen gewünscht.

Trotzdem darf man bei aller Kritik nicht vergessen, was EXIT in diesen zehn Jahren geschafft hat. Die Reihe hat das Rätseln, wie wir es aus Escape Rooms kennen, auf unzählige Küchentische gebracht und damit sicherlich auch ihren Anteil daran, dass Escape Rooms heute sehr viel mehr Menschen ein Begriff sind als noch 2016. Für manche war eine EXIT Box wahrscheinlich sogar der erste Kontakt mit dieser Art des Rätselns, bevor irgendwann der erste echte Escape Room folgte.

Und vielleicht ist genau das der passendste Blick auf dieses Jubiläum. EXIT muss nach zehn Jahren nicht mehr beweisen, dass das Konzept funktioniert. Die Reihe ist längst ein fester Bestandteil der Rätselwelt geworden und hat diese ein Stück weit mitgeprägt. Wir haben sie fast von Anfang an begleitet und werden wohl auch weiterhin jede neue Schachtel neugierig öffnen.

In diesem Sinne: Auf die nächsten zehn Jahre. Für EXIT, für Escape Maniac und natürlich für noch viele verdammt gute Rätsel.

FAZIT

Das bekannte EXIT-Prinzip funktioniert auch nach zehn Jahren noch und einzelne Rätsel können überraschen. Die Metallbox macht aus dem Spiel eine schöne Jubiläumsausgabe. Spielerisch hätten wir uns zum Zehnjährigen allerdings noch etwas mehr Besonderes gewünscht. Das Jubiläumsabenteuer zum fünften Geburtstag hatte hier für uns etwas mehr zu bieten.

Wir haben von Kosmos ein Rezessionsexemplar erhalten. Allerdings hatte dies keinen Einfluß auf die Bewertung des Spiels.

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