[Im Test] Cluedo Escape: Erpressung im Midnight Hotel

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Cluedo Escape: Erpressung im Midnight Hotel – Escape Maniac Review

Review – Cluedo Escape: Erpressung im Midnight Hotel

Oberst von Gatow, Professor Bloom und die anderen bekannten Verdächtigen haben wieder ein Problem. Diesmal geht es ins Midnight Hotel, wo ziemlich unangenehme Geheimnisse auf ihre Veröffentlichung warten. Wir haben zu zweit eingecheckt. Die Rätsel hielten uns zwar nicht lange auf, dafür hat uns gefallen, wie sich das Hotel auf unserem Tisch nach und nach entwickelt.

Hasbro 1–6 Personen Ab 10 Jahren Ca. 90 Minuten
Cluedo Escape: Erpressung im Midnight Hotel
Cluedo Escape: Erpressung im Midnight Hotel · Hintergrund KI generiert

Was erwartet euch im Midnight Hotel?

Auch nach seinem Tod sorgt Dr. Schwarz noch für Ärger. Zur Gedenkfeier treffen sich die Gäste im Midnight Hotel und erfahren, dass er belastende Informationen über sie gesammelt hat. Diese sollen veröffentlicht werden. Für Oberst von Gatow und Co. wäre es also ausgesprochen praktisch, wenn die Daten vorher verschwinden würden.

Damit ist unser Auftrag klar: Wir müssen die Informationen finden und ihre Veröffentlichung verhindern. Ganz nebenbei gilt es herauszufinden, wer aus der Gruppe bereits auf eigene Faust versucht hat, an die Daten zu kommen. Niemand möchte, dass die eigenen Geheimnisse ans Licht kommen, aber ganz vertrauen können wir den anderen offenbar auch nicht.

Die Geschichte greift die bekannte Cluedo-Gesellschaft auf und gibt ihr einen gemeinsamen Grund, das Hotel zu durchsuchen. Das ist ein passender Rahmen für ein Escape-Abenteuer. Schließlich lässt sich mit einer Gruppe voller Geheimnisse einiges anfangen.

Ein Hotel, das auf dem Tisch wächst

Am besten hat uns gefallen, dass wir das Hotel Stück für Stück entdecken. Zu Beginn liegt noch nicht der gesamte Spielplan vor uns. Erst im Laufe der Erkundung kommen neue Teile hinzu. So sehen wir direkt auf dem Tisch, dass es weitergeht, und bekommen nach und nach ein Bild von unserer Umgebung.

Später gewinnt das Ganze auch räumlich an Tiefe. Wie genau, lassen wir euch selbst herausfinden. Es ist jedenfalls eine schöne Idee, die das Midnight Hotel von vielen anderen Escape-Spielen mit Karten und Dokumenten abhebt. Hier entsteht tatsächlich etwas vor uns. Das macht die Suche nach dem nächsten Hinweis gleich ein wenig anschaulicher.

Dazu kommt die sehr gute Materialqualität. Die Präsentation ist für uns ein wesentlicher Grund, das Spiel zu empfehlen. Bei manchen Aufgaben waren wir gedanklich schnell durch, am entstehenden Hotel hatten wir trotzdem unsere Freude. Gerade diese Verbindung aus Spielplan und Erkundung darf es für uns gerne öfter geben.

Wie erkundet ihr das Hotel?

Ihr untersucht nummerierte Orte und Gegenstände und zieht die passenden Karten. Darauf stehen neue Informationen, ein Stück Geschichte oder die nächste Rätselaufgabe. Ihr lest, schaut euch das Material an und kombiniert die Hinweise miteinander. Nach und nach erschließen sich so weitere Bereiche des Hotels.

Der Ablauf ist linear, die wesentlichen Schritte folgen also in einer festen Reihenfolge aufeinander. Bei einem storygetriebenen Escape-Spiel ist das durchaus üblich: Die Handlung soll sich schließlich passend zu unserem Fortschritt entwickeln. Für uns gehört diese Führung zum Konzept. Wer gerne mehrere offene Rätsel gleichzeitig bearbeitet oder völlig frei auf Erkundung geht, sollte das nur vorher wissen.

Zum Einstieg kann so ein klarer Weg hilfreich sein. Ihr müsst euch nicht zwischen zahlreichen offenen Baustellen entscheiden und könnt euch auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren. Das passt zu dem insgesamt niedrigen Schwierigkeitsgrad.

Wie anspruchsvoll sind die Rätsel?

Hier hätten wir uns mehr gewünscht. Die Rätsel waren für uns sehr einfach, und entsprechend schnell kamen wir voran. Nach knapp einer Stunde war unsere Partie zu zweit schon vorbei. Hasbro gibt etwa 90 Minuten an; wie lange ihr braucht, hängt natürlich von eurer Rätselerfahrung ab.

Uns fehlten vor allem Aufgaben, über denen wir etwas länger sitzen und verschiedene Ideen ausprobieren können. Oft war recht schnell klar, worauf es hinausläuft. Das Erkunden des Hotels hat uns deshalb mehr beschäftigt als das eigentliche Knobeln.

Manchmal hilft außerdem die Nummerierung der Karten mehr, als sie eigentlich sollte. Mögliche Ergebnisse lassen sich dadurch bereits eingrenzen, bevor man alle Hinweise miteinander verbunden hat. Ohne einen konkreten Lösungsweg zu verraten: Wir konnten uns bei manchen Aufgaben einen Teil der Denkarbeit sparen. Für uns nimmt das den Rätseln etwas von ihrem Reiz.

Für Einsteiger sieht das natürlich anders aus. Wer erst einmal herausfinden möchte, ob solche Spiele überhaupt etwas für den eigenen Spieleabend sind, muss nicht gleich an einer kniffligen Aufgabe verzweifeln. Das Midnight Hotel macht den Zugang leicht. Wenn ihr regelmäßig Escape-Spiele auf den Tisch bringt, dürfte es euch dagegen wenig fordern.

Und was machen Oberst von Gatow und Co.?

Die bekannten Figuren sorgen dafür, dass sich das Abenteuer trotz des anderen Spielprinzips nach Cluedo anfühlt. Wir sammeln Informationen über die Verdächtigen und führen sie am Ende für die Ermittlung zusammen. Zu wem passen die Hinweise, und wer hat etwas zu verbergen? Ganz ohne Misstrauen geht es auch im Hotel nicht.

Die Deduktion nimmt allerdings weniger Raum ein als in einer klassischen Cluedo-Partie. Hier spielen wir vor allem ein Escape-Spiel. Die Ermittlungen ergänzen das Erkunden und Rätseln, statt den gesamten Abend zu bestimmen. Das finden wir für diese Mischung nachvollziehbar. Wer Cluedo mag und die Figuren gerne in einem gemeinsamen Abenteuer wiedersehen möchte, bekommt genau dafür einen Anlass.

Was bleibt nach dem Auschecken?

Gut finden wir auch, dass das Material erhalten bleibt. Ihr müsst zum Lösen nichts zerstören und könnt das Spiel nach dem Durchspielen wieder zurücksetzen. Anschließend kann die nächste Gruppe einchecken.

Für uns selbst wäre eine zweite Partie natürlich wenig spannend, weil wir den Fall und die Lösungen bereits kennen. Zum Weitergeben an Freunde oder Familie eignet sich das Midnight Hotel aber gut. Zusammen mit der sehr guten Materialqualität ist das ein schöner Pluspunkt.

Entscheidungshilfe

Für wen lohnt sich das Midnight Hotel?

  • Für Escape-Einsteiger: Die sehr einfachen Rätsel und der geführte Ablauf machen den Anfang leicht.
  • Für Cluedo-Fans: Oberst von Gatow und die anderen Verdächtigen liefern den vertrauten Rahmen für ein gemeinsames Escape-Abenteuer.
  • Für alle, die gerne entdecken: Das wachsende Hotel bringt mehr auf den Tisch als eine reine Folge von Rätselkarten.

Wer vor allem lange tüfteln oder einen Fall wie im klassischen Cluedo lösen möchte, wird hier vermutlich weniger finden. Der Reiz liegt für uns in der Erkundung und der Gestaltung.

Unser Fazit

Ein guter Einstieg mit schöner Tischpräsenz

Das Midnight Hotel hat uns vor allem mit seinem wachsenden Spielplan gefallen. Dass die Erkundung auch auf dem Tisch sichtbar wird und später räumliche Tiefe bekommt, hebt das Spiel von vielen anderen Escape-Abenteuern ab. Dazu passt die sehr gute Materialqualität.

Bei den Rätseln hätten wir uns dagegen mehr Herausforderung gewünscht. Sie waren für uns sehr leicht, und die Kartennummerierung half stellenweise zusätzlich beim Eingrenzen der Lösung. Nach knapp 60 Minuten war unser Aufenthalt zu zweit deshalb schon beendet.

Für den ersten Ausflug in die Escape-Spielwelt empfehlen wir das Hotel trotzdem gerne, besonders wenn ihr etwas mit Cluedo anfangen könnt.

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