[Im Test] Unlock! New Game Adventures
Review – Unlock! New Game Adventures
Unsere Begeisterung für Unlock! begann mit der ersten Box. Mit ein paar Karten und einer App entstand auf unserem Tisch ein Abenteuer, bei dem wir gemeinsam Orte durchsuchen und Gegenstände ausprobieren konnten – fast wie bei einem Point-and-Click-Spiel. Seitdem gehört Unlock! zu unseren liebsten Escape-Spielreihen. Nicht jede Box hat uns gleich gut gefallen. Trotzdem freuen wir uns immer wieder auf den nächsten Fall. Und New Game Adventures verbindet auch noch unsere beiden Leidenschaften: Escape-Spiele und Brettspiele. Da müssen wir natürlich genauer hinschauen.

Wie wird Unlock! New Game Adventures gespielt?
Das Prinzip ist schnell erklärt: Wir untersuchen die Karten und kombinieren Gegenstände, um neue Karten aufzudecken. Gerade dieses Ausprobieren mögen wir. Könnte der gefundene Gegenstand hier weiterhelfen? Haben wir etwas übersehen? Aus einer zunächst unscheinbaren Karte kann so der nächste Schritt entstehen. Wer neu dabei ist, lernt die Regeln im Tutorial.
Die kostenlose App gehört dazu. Sie stoppt die Zeit und hilft, wenn wir feststecken. Vor allem aber bringt sie eigene Aufgaben ins Abenteuer. Wir haben auf einem Tablet gespielt.
Los geht es mit dem laut Verlag leichtesten Fall Heat. Carcassonne legt bei der Schwierigkeit nach, bevor uns 7 Wonders am meisten fordert. Die Geschichten sind unabhängig voneinander und lassen sich auf mehrere Abende verteilen.
Heat: Erst einmal aufs Gas
In Heat wollen wir Rennlegende Cole Legend schlagen. Bis dahin müssen wir uns um unser Fahrzeug kümmern und mit wechselnden Rennbedingungen zurechtkommen. Schön ist, dass wir uns dadurch tatsächlich mit dem Rennen beschäftigen. Das mögen wir an Unlock!: Die Aufgaben gehören zur Geschichte.
Im Brettspiel Heat: Pedal to the Metal steuern wir mit Handkarten das Tempo, müssen vor Kurven aber auf die Belastung des Motors achten. Auch Unlock! greift die Frage auf, wann sich ein Risiko lohnt. Die Rennspielregeln müssen wir dafür nicht kennen.
Als Einstieg in die Box funktioniert das gut. Wer Unlock! kennt, wird sich bei den Rätseln schnell zurechtfinden. Zurück sind allerdings auch die kleinen versteckten Zahlen, die seit einigen Boxen nicht mehr vorkamen. Bei Heat müssen wir wieder genau hinschauen, und manche Zahlen sind wirklich schwer zu erkennen. Das hätten wir nicht unbedingt gebraucht. Wir knobeln lieber an einer Aufgabe, als die Karten nach einer winzigen Ziffer abzusuchen.
Carcassonne: Die Stadt braucht uns
Carcassonne droht eine Belagerung, die wir verhindern sollen. Aus der Landschaft, die wir sonst Plättchen für Plättchen aufbauen, wird damit ein Ort, um dessen Bewohner wir uns kümmern müssen.
Die Verbindung zum Brettspiel bleibt trotzdem erhalten. Dort kann etwa ein passendes Plättchen die letzte Lücke in einer Stadt schließen und uns Punkte bringen. Hier müssen wir ebenfalls erkennen, welche Formen zusammenpassen. Darüber denken wir nun gemeinsam nach, statt uns gegenseitig die besten Möglichkeiten wegzuschnappen.
Diese Verbindung gefällt uns wirklich gut. Wir erkennen Carcassonne wieder und machen doch etwas anderes damit. Bei den ähnlichen Aufgaben zwischendurch lässt unsere Neugier allerdings nach. Wir wissen dann schon, worauf wir achten müssen. Ein anderer Rätseltyp hätte an diesen Stellen gutgetan.

7 Wonders: Auf in die Antike
Bei 7 Wonders sollen wir den Tempel der Artemis wiederherstellen. Dazu reisen wir durch die antike Welt und beschäftigen uns mit Rohstoffen und Symbolen. Beides kennen wir aus der Vorlage, in der wir über mehrere Zeitalter unsere Stadt aufbauen.
Im Brettspiel wählen wir eine Karte aus unserer Hand und reichen die übrigen weiter. Ob wir ein Gebäude errichten können, hängt unter anderem von unseren Rohstoffen ab. Hier wird aus dem Überlegen, welche Karte wir behalten, eine gemeinsame Suche nach der Bedeutung der Zeichen. Die Bilder der Vorlage eignen sich dafür gut.
Hier müssen wir mehr überlegen. Gut so. Allerdings lässt sich bei einzelnen Aufgaben schwer erkennen, welche Hinweise uns zur gesuchten Antwort führen sollen. Da fehlt uns die Verbindung zwischen dem, was auf der Karte steht, und dem, was die Lösung verlangt. Das trübt für uns den Abschluss etwas.
Die App: Gute Ideen, bei Heat etwas viel davon
Bei der App zeigt sich wieder, warum wir der Reihe seit so vielen Jahren treu bleiben. Sie macht aus den Karten mehr, als wir ihnen auf den ersten Blick zutrauen. Genau solche Einfälle mögen wir: wenn sich etwas Bekanntes plötzlich anders nutzen lässt und wir noch einmal neu hinschauen müssen. Auch diesmal ist der Einsatz kreativ gelöst. Auf unserem Tablet hat die App zudem sehr gut funktioniert.
Bei Heat war es uns stellenweise trotzdem fast ein bisschen zu viel. Wenn sich ein großer Teil des Rennens auf dem Bildschirm abspielt, möchten wir zwischendurch auch wieder mehr mit den Karten machen. Ein paar dieser Aufgaben hätten wir lieber auf dem Tisch gelöst.
Vor dem Spielen
Offiziell können bis zu sechs Personen mitmachen. Wir würden eher zu zweit oder zu dritt spielen, damit alle die Karten und den Bildschirm gut sehen können. Plant laut deutscher Verlagsangabe pro Abenteuer mindestens rund eine Stunde ein. Sind die Lösungen einmal bekannt, fehlt beim nächsten Durchgang die Überraschung. Das Material bleibt aber erhalten, und ihr könnt die Box weitergeben.
Unser Fazit
Darum kehren wir gern zu Unlock! zurück
New Game Adventures erinnert uns daran, was uns schon an der ersten Box gefallen hat: Wir entdecken mit wenigen Karten eine ganze Spielwelt und überlegen gemeinsam, wie es weitergeht. Wenn dann die App noch eine überraschende Idee beisteuert, haben wir genau den Spaß, wegen dem wir immer wieder zur Reihe greifen. Dass wir diesmal bekannte Brettspiele darin wiederfinden, macht es für uns noch schöner.
Ganz ohne Abstriche geht es auch hier nicht. Bei Heat hätten wir auf die schwer erkennbaren Zahlen verzichten können. Manche Aufgaben in Carcassonne wiederholen sich, und bei 7 Wonders hätten wir uns stellenweise klarere Lösungswege gewünscht. Trotzdem überwiegt für uns die Freude an den Einfällen dieser Box. Wer Unlock! mag, bekommt wieder einen guten Anlass, gemeinsam die Karten auf dem Tisch auszubreiten. Wir freuen uns jedenfalls, dass die Reihe auch nach so vielen Jahren noch solche Ideen hat.
